4. Mai 2005:
Ehemaliger Zukunftsminister bedient sich der Vergangenheit
Wie bitter der Preis für den Griff nach der Macht sein kann, erlebte Helmut Stahl im Wahlkampf. War er bei der Abschlussfeier seiner beiden Kinder noch begeisterter Redner für die Gesamtschule Beuel, muss er nun im Wahlkampf gegen Gesamtschulen sein. Der bittere Beigeschmack resultiert daraus, dass nicht die schlechte Schulausbildung der Grund für den Sinneswandel ist, sondern vielmehr das Festhalten an alten Ideologien des ehemaligen Zukunftsministers Rüttgers, fern ab vom Interesse der Kinder und Eltern. Rüttgers möchte, im Falle eines Wahlsieges, die Gesamtschulen in NRW in Haupt- und Realschulen umwandeln und die Oberstufe an den Gesamtschulen abschaffen - für die erfolgreichen Gesamtschulen in der Region Bonn/Rhein-Sieg ein Schlag ins Gesicht.
Damit sich dies auch umsetzen lässt, bläst FDP-Kandidat Thorsten Knott ins gleiche Horn. Auch er fordert die Abschaffung der Gesamtschulen, lässt jedoch ein klares alternatives Konzept vermissen. Vielmehr möchte die FDP ein Schulsystem umsetzen, in dem die Kinder sofort nach ihrer Grundschulzeit sortiert werden. Geheimes Ziel ist es, nach dem Beispiel Bayern, die Zahl der Abiturienten deutlich zu senken.
Die Wählerinnen und Wähler in NRW sind aufgerufen, den 22. Mai 2005 für eine Abstimmung zu nutzen, um ihre Gesamtschulen in der Region zu erhalten. Gerade die ausgezeichneten Gesamtschulen, wie die IGS Bonn-Beuel oder die Europaschule in Bornheim sind existierende Bespiele dafür, wie erfolgreich Gesamtschulen sein können. Der Mangel an staatl. Gymnasien im rechtsrheinischen Bonn hat zu der hohen Akzeptanz der IGS Beuel geführt und eine für den Erfolg von Gesamtschulen geeignete Schülerstruktur geschaffen.
„Gerade Thorsten Knott sollte aus eigener Erfahrung wissen, wie wichtig die individuelle Förderung von jungen Menschen ist, um ihnen einen erfolgreichen Schulabschluss zu ermöglichen. Die Europaschule in Bornheim oder die IGS Beuel sind existierende Beispiele dafür, dass Gesamtschulen keine schlechteren Schulabgänger hervorbringen als andere Schulformen in NRW.“, kommentiert Ingo Steiner (Landtagskandidat im Wahlkreis 27) diesen Hang zu ideologischen Standpunkten der CDU und FDP Kandidaten. „Bavarische Verhältnisse lassen sich nicht durch eine Veränderung der Schullandschaft in NRW schaffen. Die Herren Knott und Stahl sollten sich lieber mal mit ihrem Land NRW beschäftigen, dann würden sie feststellen, dass dieses schöne Land nicht mit Bayern zu vergleichen ist. Wer die Zahl der Abiturienten durch eine stärkere Selektion senken will, der handelt nicht im Interesse einer Chancengleichheit unserer Kinder.“
Wir brauchen ein Schulsystem, das auf Ausbildung und Förderung und nicht auf Selektion und Elitebildung setzt. Geben Sie Ihr JA für unsere erfolgreichen Gesamtschulen in der Region, wählen Sie mit ihrer Stimme am 22. Mai 2005 GRÜN.  
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