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AKTUELLES
3. Februar 2006:

Keine öffentliche Diskussion über die Ansiedlung eines Schiesskinos im Gewerbegebiet


Bevor öffentlich eine Meinungsbildung für oder gegen die Ansiedlung eines Schiesskino im Wohn- und Gewerbepark Villip erfolgt, soll durch den Verkauf des Grundstückes be-reits Fakten geschaffen werden!

Um eine breite politische Basis für die Entscheidungen zum Gewerbegebiet in Villip zu errei-chen, wurde bereits unter Gemeindedirektor Münch der Arbeitskreis Gewerbegebiet eingerich-tet. Dieses Gremium hat sich aufgrund seiner Zusammensetzung, wie auch seine zielgerichtete Arbeit bewährt. Seid nun 9 Monaten hat dieses Gremium nicht mehr getagt. Nun erfahren die Mitglieder des Arbeitskreises aus der Zeitung über geplante Ansiedlungen im Gewerbegebiet. Bevor sich überhaupt ein politisches Gremium mit der Ansiedlung des Schiesskinos im Wohn- und Gewerbepark befasst hat, ist dort zu lesen, dass bereits alles entschieden ist und im Mai eröffnet wird. Ein politischer Stil der in Wachtberg neu ist!

Nach umfassenden Recherchen und Gesprächen mit einem Ausbilder für Personenschützer bei der Polizei, ist aus Sicht des grünen Ratsherrn Ingo Steiner jedoch dringend sachlich und inhalt-lich zu beraten, ob die Gemeinde eine solche Einrichtung möchte und wie der ordnungsgemäße Betrieb sichergestellt werden kann.

„Tatsächlich wird es so sein, dass die Polizei eine solche kostenpflichtige Einrichtung nicht nut-zen wird, zumal sie in Bonn über eine eigene, geeignetere Anlage verfügt. Nach Aussagen von Experten ist ein solcher Frontaler Schiessstand für die Ausbildung von Personenschützern nicht geeignet, da die reale räumliche Situation nicht trainiert werden kann.“, so Ingo Steiner zu den Ergebnissen seiner Recherche. „Es ist derzeit überhaupt nicht bekannt, welcher Personenkreis in einer solchen Anlage trainieren darf und wie sichergestellt wird, dass auch nur diese Perso-nen die Anlage nutzen. Ist es bei Jägern vermutlich noch sehr einfach den Kreis der Berechtig-ten zu ermitteln, wird es bei privaten Personenschützern deutlich problematischer.“

Ein weiteres Problem ist die Pflege und Überwachung der Schiessanlage. Durch den Betrieb von Schiessständen entsteht nach Expertenmeinung im Abschussbereich immer große An-sammlungen von nicht verbrauchtem Schiesspulver. Dieses Gefahrenpotential kann sich ent-zünden oder sogar implodieren. Um dieses zu verhindern, muss die Anlage regelmäßig fach-männisch gereinigt werden. Auch müssen die Materialien der Schiesswände regelmäßig über-prüft und gewartet werden. Jedoch ist in Wachtberg keine Fachpersonal vorhanden, was die ordnungsgemäße Wartung einer solchen Anlage überprüfen kann. Hier muss von Seiten der Verwaltung mitgeteilt werden, wie man sich diese Überwachung vorstellt und von wem dieses gewährleistet werden kann.

Ein Punkt der die Menschen in der näheren Umgebung sorgt, ist die Frage der Lärmimmissio-nen einer solchen Anlage. Da derzeit auch überlegt wird noch weitere Wohngebiete in der Nähe auszuweisen, ist es aus meiner Sicht unvermeidlich, dass die Politik vor der Entscheidung für oder gegen eine solche Anlage sich erst einmal ein Bild solcher Anlagen verschaffen kann. Wenn jedoch das Grundstück bereits verkauft ist und dem Betreiber die Genehmigung in Aus-sicht gestellt wird, ist eine objektive Prüfung gar nicht mehr möglich.

„Damit eine solche Anlage eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung hat, ist es notwendig, dass Konzept vorzustellen und die Fakten den Menschen in Wachtberg mitzuteilen. Erst Fakten schaffen und dann die Bevölkerung informieren ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Ich per-sönlich bin nicht entschieden, da ich das Konzept der geplanten Anlage nicht kenne. Ich weiß nur, dass ich in Wachtberg keine Arena für Waffennarren oder fragwürdige selbsternannte Per-sonenschützer möchte. Hingegen verantwortungsvollen Jägern die Möglichkeit zu geben ihr Handwerk zu trainieren, kann ich Positives abgewinnen. Nur die geplanten Verfahrensweise der Verwaltung die Sache durchzuziehen kann und werde ich nicht akzeptieren.“, so Ingo Steiners Fazit seiner Recherchen.


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